Oberösterreich · Zählpunkt-Präfix AT003000

Smartmeter bei Netz OÖ: eService-Portal, AMIS und Auslesen

In Oberösterreich heißt der Smartmeter AMIS - und er tickt technisch anders als die Geräte der übrigen Landesnetzbetreiber. Wer seine Werte selbst auslesen will, braucht keinen Kabelstecker, sondern einen magnetischen Infrarot-Lesekopf.

eService-Portal von Netz OÖ

Verbrauchsdaten ansehen, Viertelstundenwerte aktivieren, Anliegen zum Anschluss erledigen.

Zum Portal →

AMIS ist der Smart Meter - nur anders benannt

Netz Oberösterreich nennt sein Smart-Metering-System AMIS, kurz für Automatic Metering and Information System. Auf Rechnungen, in Briefen und im Portal taucht dieser Begriff auf, gemeint ist das intelligente Messgerät nach dem Elektrizitätswirtschaftsgesetz. Wer nach „AMIS-Zähler" sucht und wer nach „Smart Meter" sucht, sucht dasselbe Gerät.

Netz OÖ war beim Rollout früh dran und bezeichnet sich als führenden Verteilernetzbetreiber Österreichs bei der Einführung der Zählertechnologie. Das hat eine Nebenwirkung, die Sie kennen sollten: Ein Teil der Geräte ist entsprechend alt, und die Kundenschnittstelle folgt einem älteren Standard als bei den später gestarteten Netzbetreibern.

Anmeldung im eService-Portal

Der Zugang läuft über eservice.netzooe.at. Vor dem ersten Login steht eine Registrierung, die neben den Zugangsdaten auch eine Zuordnung zum Zählpunkt verlangt.

Zugangsdaten
E-Mail-Adresse, Benutzername und selbst gewähltes Passwort
Zählpunktnummer
33 Stellen, beginnt mit AT003000 - dieses Präfix weist Netz OÖ als Netzbetreiber aus. Steht auf der Stromrechnung.
Zählernummer
Auf dem Typenschild des Geräts und auf der Rechnung
Weiteres Identifikationsmerkmal
Am unkompliziertesten die Kundennummer

Das Portal kostet nichts, ebenso wenig die Aktivierung der Viertelstundenmessung. Wer nur wissen will, ob Netz OÖ überhaupt zuständig ist, braucht keinen Zugang: Es genügt der Blick auf die Zählpunktnummer der Rechnung. Beginnt sie mit AT003000, ist Netz OÖ Ihr Netzbetreiber - unabhängig davon, bei welchem Lieferanten Sie kaufen.

Viertelstundenwerte aktivieren

Der AMIS-Zähler kann den Verbrauch im Viertelstundentakt erfassen, aktiviert wird das über die Auslesung der Viertelstundenwerte im Portal. Netz OÖ formuliert es deutlich: Dem Ausleseverfahren müssen Sie als Kundin oder Kunde explizit zustimmen.

Seit dem Elektrizitätswirtschaftsgesetz ist die Viertelstundenmessung zwar der gesetzliche Regelfall, die automatische Umstellung läuft aber gestaffelt nach Jahresverbrauch bis 2028. Wer nicht warten will, schaltet selbst frei - und zwar aus einem handfesten Grund: Ohne aktive Viertelstundenmessung gibt es kein Sommer-Netzentgelt, keinen dynamischen Tarif und keine Teilnahme an einer Energiegemeinschaft.

Opt-out rückgängig machen

Netz OÖ ist einer der wenigen Netzbetreiber mit einem eigenen Online-Formular für den Widerruf einer Opt-out-Erklärung. Wer früher erklärt hat, kein intelligentes Messgerät zu wollen, und heute eine PV-Anlage, eine Wärmepumpe oder ein Elektroauto betreibt, kommt damit ohne Umweg zurück zum vollwertigen Smart Meter. Zu finden unter den Online-Formularen im Bereich Themen.

Kundenschnittstelle: Infrarot statt Kabel

Hier weicht Netz OÖ deutlich von den anderen Landesnetzbetreibern ab. Während etwa Netz NÖ eine RJ12-Buchse für ein M-Bus-Kabel anbietet, läuft die Verbindung beim AMIS-Zähler optisch: über eine Infrarot-Schnittstelle nach IEC 62056-21.

Der Lesekopf ist magnetisch und wird links oben am Zähler angesetzt. Von dort geht es per USB, RS232 oder Bluetooth weiter zum PC, zum Kundendisplay oder ins Smart-Home-System. Solche optischen Leseköpfe kosten im Fachhandel typischerweise einen niedrigen zweistelligen Betrag und sind nicht netzbetreiberspezifisch.

Der Klemmendeckel entscheidet

Die Kundenschnittstelle arbeitet nur bei geschlossenem Klemmendeckel. Beide Schrauben müssen festgezogen sein, bis das Symbol S1 am LCD-Display erlischt. Ist der Deckel offen, wird die Kommunikation unterbrochen - der Lesekopf bekommt dann nichts, egal wie korrekt alles andere eingerichtet ist. Das ist die häufigste Ursache, wenn scheinbar nichts funktioniert.

Die technischen Eckdaten

Physikalische Schicht
Infrarot nach IEC 62056-21, magnetischer Lesekopf links oben am Zähler
Anbindung ans Endgerät
RS232, USB oder Bluetooth
Protokollschichten
M-Bus für Sicherungs-, Vermittlungs- und Anwendungsschicht
Baudrate
9.600 Baud/s, gerade Parität (1 Bit), 1 Stoppbit
Rollenverteilung
Der AMIS-Zähler ist M-Bus-Master, das Endgerät muss Slave sein
Primäradresse
240 (hex F0) - für alle Endgeräte gleich, deshalb lässt sich immer nur ein Gerät anschließen
Verbindungsaufbau
Der Zähler sucht im Minutentakt nach einem Endgerät; dieses muss binnen 0,5 Sekunden mit E5h quittieren
Sendeintervall
im Sekundentakt, synchron zur vollen Sekunde - jedes Telegramm ist zu quittieren; bleiben 10 Quittungen aus, geht der Zähler zurück in den Suchmodus
Verschlüsselung
AES-128 nach OMS-Spezifikation, encryption mode 5, symmetrisch
Herstellerkennung
4C 2D (SAM) in der Sekundäradresse
Richtung
Das Endgerät darf ausschließlich quittieren - andere Befehle an den Zähler verwirft der Master

Welche Werte ankommen

Der AMIS-Zähler gibt verschlüsselt aus: Datum und Uhrzeit, die Zählerstände für Wirk- und Blindenergie in beiden Energierichtungen, die momentanen Wirk- und Blindleistungen in beiden Richtungen sowie das Inkassozählwerk. Für die Entschlüsselung ist der AES-Schlüssel am Endgerät zu hinterlegen.

Bemerkenswert im Vergleich: Blindenergie und Blindleistung liefern nicht alle Netzbetreiber mit. Wer sich für Blindleistungskompensation interessiert, bekommt hier mehr Daten als anderswo - dafür fehlen die einzelnen Phasenströme, die etwa Netz NÖ ausgibt.

Wenn der Zähler nicht kommuniziert: PLC-Störer

Netz OÖ überträgt die Zählerdaten über die Stromleitung, per Power-Line-Kommunikation. Das ist billig im Aufbau und störanfällig im Betrieb - der Rechnungshof hat diese Technik österreichweit als Hauptursache für fehlende Messwerte benannt. Netz OÖ geht das Thema offensiv an und hat eine eigene Informationsseite dazu.

Typische Störquellen

  • defekte oder veraltete Netzteile und Ladegeräte
  • PV-Wechselrichter und Ladestationen für Elektroautos
  • Frequenzumrichter, Heizungssteuerungen, Wärmepumpen
  • schlechte Klemmstellen und beschädigte Komponenten
  • allgemein Geräte ohne gültiges CE-Kennzeichen oder mit altersbedingten Defekten

Bemerkbar macht sich das zunächst harmlos: Der Zähler lässt sich nicht mehr aus der Ferne auslesen, es kommt jemand zum manuellen Ablesen. Die Störung kann aber über den eigenen Anschluss hinausgehen und weitere Haushalte oder eine ganze Trafostation betreffen. Auch marktbezogene Dienstleistungen wie Energiegemeinschaften leiden darunter, weil die Abrechnung auf pünktlichen Viertelstundenwerten beruht.

Die Kosten trägt der Netzkunde

Netz OÖ grenzt die Störquelle mit speziellen Messgeräten ein - die Behebung liegt aber in Ihrer Verantwortung. Möglich sind Reparatur oder Austausch des defekten Geräts, Stilllegung nicht CE-konformer Geräte oder der Einbau eines PLC-Netzfilters unmittelbar beim Verursacher. Netz OÖ verlangt eine zeitnahe Behebung, allfällige Kosten sind vom Netzkunden zu tragen. Rechtliche Grundlage sind das Elektrotechnikgesetz 1992 und Punkt VIII Ziffer 1 der behördlich genehmigten Verteilernetzbedingungen.

Praktischer Hinweis für den Verdachtsfall: Störer lassen sich oft durch schrittweises Abstecken eingrenzen. Billige Steckernetzteile und ältere Schaltnetzteile sind erfahrungsgemäß die häufigsten Kandidaten - deutlich häufiger als die großen Verdächtigen Wechselrichter oder Wallbox.

Kontakt zu Netz OÖ

Störung Strom
rund um die Uhr
Notruf Gas
rund um die Uhr, österreichweit
Service-Hotline
werktags 7 bis 19 Uhr
Anschrift
Energiestraße 1
4020 Linz
Fax +43 5 9070 53980
Kundenzentrum
Böhmerwaldstraße 3
4020 Linz
bei der Energie AG Oberösterreich
eService-Portal
Registrierung vor dem ersten Login
Firmenwortlaut
Netz Oberösterreich GmbH
Konzern
Energie AG Oberösterreich
Zählpunkt-Präfix
AT003000
Smart-Meter-System
AMIS (Automatic Metering and Information System)
Datenübertragung
Power-Line-Kommunikation über die Stromleitung
Kundenschnittstelle
Infrarot, magnetischer Lesekopf nach IEC 62056-21

Häufige Fragen

Was bedeutet AMIS bei Netz OÖ?

AMIS steht für Automatic Metering and Information System. So heißt das Smart-Meter-System von Netz Oberösterreich. Wer in Oberösterreich vom AMIS-Zähler liest oder hört, meint denselben intelligenten Stromzähler, der anderswo Smart Meter genannt wird - der Begriff ist eine Systembezeichnung, keine eigene Gerätekategorie.

Wie komme ich ins eService-Portal von Netz OÖ?

Über eservice.netzooe.at. Vor dem ersten Login ist eine Registrierung nötig, bei der neben E-Mail-Adresse, Benutzername und Passwort auch Zählpunktnummer, Zählernummer und ein weiteres Identifikationsmerkmal abgefragt werden - am unkompliziertesten die Kundennummer. Das Portal kostet nichts.

Wie funktioniert die Kundenschnittstelle beim AMIS-Zähler?

Anders als bei den meisten österreichischen Netzbetreibern läuft sie optisch: Ein magnetischer Infrarot-Lesekopf nach IEC 62056-21 wird links oben am Zähler angesetzt und per USB, RS232 oder Bluetooth mit dem Endgerät verbunden. Die Daten kommen im Sekundentakt, AES-128-verschlüsselt nach OMS-Spezifikation. Ein Kabelstecker wie bei anderen Netzbetreibern existiert nicht.

Die Kundenschnittstelle liefert keine Daten - woran liegt das?

Meist am Klemmendeckel. Die Schnittstelle arbeitet nur, wenn er geschlossen und mit beiden Schrauben festgezogen ist - erst dann erlischt das Symbol S1 im Display. Steht S1 noch da, ist die Kommunikation unterbrochen. Die zweite häufige Ursache: Es ist bereits ein anderes Endgerät verbunden. Weil alle Geräte dieselbe Primäradresse 240 verwenden, bedient der Zähler immer nur eines.

Was ist ein PLC-Störer und wer zahlt die Behebung?

Netz OÖ überträgt die Zählerdaten über die Stromleitung. Defekte Netzteile, PV-Wechselrichter, Ladestationen, Frequenzumrichter, Wärmepumpen oder schlechte Klemmstellen können dieses Signal stören. Der Netzbetreiber grenzt die Quelle mit Messgeräten ein, die Behebung und deren Kosten liegen jedoch beim Netzkunden. Grundlage sind das Elektrotechnikgesetz 1992 und Punkt VIII Ziffer 1 der Verteilernetzbedingungen.

Ich habe früher Opt-out gewählt - kann ich zurück?

Ja. Netz OÖ bietet dafür ein eigenes Online-Formular an, mit dem sich die Opt-out-Erklärung widerrufen lässt. Danach wird der Zählpunkt wieder als vollwertiger Smart Meter konfiguriert. Das ist die Voraussetzung für Sommer-Netzentgelt, dynamische Tarife und die Teilnahme an einer Energiegemeinschaft.

Welche Nummern gelten bei einer Störung?

Die Störungshotline Strom lautet 05 9070 3030, bei Gasgeruch gilt die österreichweite Notrufnummer 128. Die allgemeine Service-Hotline ist 05 9070, telefonisch erreichbar werktags von 7 bis 19 Uhr.

Stand: 10. August 2026. Technische Angaben zur Kundenschnittstelle stammen aus der Spezifikation der Netz Oberösterreich GmbH für die Selbstauslesung des AMIS-Zählers, Angaben zu PLC-Störungen und Kontakt von netzooe.at. Telefonnummern, Portalfunktionen und Fristen können sich ändern - maßgeblich ist die Auskunft von Netz OÖ.